​​​​Cam Impingement

Die Sicht der Schuldmedizin beschreibt ein Cam Impingement in der Hüfte wie folgt:

Bei einem Cam Impingement – auch bekannt als Nockenwellen Impingement – wird davon ausgegangen, dass der Engpass im Hüftgelenk durch eine zu geringe Taillierung des Hüftkopfes entsteht. Der Hüftkopf ist also theoretisch zu groß, um sich ohne Bewegungseinschränkungen im Hüftgelenk bewegen zu können. Er schlägt also an die Hüftpfanne an. Dadurch kann der Knorpel vom Pfannenrand abreißen oder die Gelenklippe – auch Labrum genannt – beschädigt werden. In folgender Abbildung ist die Problematik dargestellt. Links ist eine gesunde Hüfte ohne Bewegungseinschränkungen zu sehen. Auf dem rechten Bild sieht man eine Cam Deformität. Die Bewegung ist hier eingeschränkt.

Symptome eines Cam Impingements

Häufige Beschwerden bei einem Cam Impingement sind vor allem:

  • stechender Schmerz in der Leistengegend
  • Schmerzen bei langem Sitzen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Ausstrahlende Schmerzen im Oberschenkel


Ursachen eines Cam Impingements

Die Ursachen sind nicht ganz geklärt. Als eine Ursache wird angenommen, dass die Wachstumsfuge des Hüftkopfes während des Heranwachsens unbemerkt abgerutscht ist. Auch genetische Ursachen werden diskutiert. Was jedoch auffällig ist, dass vor allem junge athletische Menschen davon betroffen sind. Es wird argumentiert, dass diese ihre Gelenke stärker belasten und dass dadurch die Bewegungseinschränkung schneller erkannt wird. Zudem kommt es durch mehrmaliges Anschlagen des Oberschenkelkopfes an die Hüftpfanne zu einer Ausbildung von Knochenfortsätzen (Osteophyten). Letztere Aussage ist durchaus logisch. Eine Knochenwucherung entsteht nämlich dann, wenn Knochen auf Knochen reiben. Genau dieses Szenario ist bei einem Hüftimpingement Syndrom gegeben.

Doch warum kommt es zu Knochenwucherungen?

Der Körper ist ein geniales System, welches dich immer von dem Schlimmsten beschützen möchte. Letztlich handelt der Körper nach folgendem physikalischen Prinzip:


Druck = Kraft/Fläche

p = F/A

Vergrößert sich der Nenner (Fläche), dividieren wir durch eine größere Zahl. Das Ergebnis der Gleichung (Druck) wird also kleiner ausfallen.

Daraus lässt sich folgern, dass der Körper durch die Knochenwucherung eine größere Knochenfläche erzielt und dadurch den Gesamtdruck auf das Gelenk reduziert. Der gesamte Druck verteilt sich also auf eine größere Fläche. Ein Osteophyt ist entstanden. Leider bildet dieser einen Grundstein für eine fortschreitende Degeneration des Hüftgelenks (Arthrose). Das Cam Impingement ist also eine Art Vorstufe einer Hüftarthrose.

Doch ist wirklich die Struktur der Knochen für den Engpass im Hüftgelenk verantwortlich?

Wie bereits oben erwähnt sind vor allem jüngere, sportlich aktive Menschen von einem Cam Impingement betroffen. Die Begründung, dass das Impingement bei diesen Personen einfach schneller auffällt, da diese ihre Hüfte stärker belasten, ist jedoch fraglich. So hatten diese Personen 20-30 Jahre vorher keinerlei Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen. Mit fortschreitendem Trainingsstand stellen sich jedoch allmählich Beschwerden wie Bewegungseinschränkungen und Schmerzen ein. Das lässt vermuten, dass der Sport selbst den Engpass im Gelenk verursacht hat. Diese These scheint durchaus logisch.

Ich als ehemals Betroffener eines Cam & Pincer Impingement konnte ebenfalls die Erfahrung machen, dass die MRT Bilder keinen Zusammenhang mit der eigentlichen Impingement Symptomatik haben. So wurde bei mir in der rechten Hüfte eine Cam Deformität festgestellt. Das linke Gelenk war laut MRT kaum von einem Impingement betroffen.

Doch wie sah es in Wirklichkeit aus?

Tatsächlich hatte ich starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im LINKEN Hüftgelenk. Laut MRT zeigte dieses jedoch kaum Auffälligkeiten. Das rechte Gelenk war tatsächlich symptomfrei trotz im MRT ersichtlicher „Cam-Deformität“.


Cam Impingement Hüfte Operation

In der Regel wird bei einem Cam Impingement nach Versagen konservativer Methoden die Hüftarthroskopie angewendet. Dabei wird die überschüssige Knochenmasse mit einer Knochenfräse abgertragen. Trotz des minimalinvasiven chirurgischen Eingriffs ist die Hüftarthroskopie nicht zu unterschätzen. Nicht Wenige klagen noch lange nach der Operation über Beschwerden.

Mit einer Operation ist es meistens nicht getan. Das ungünstige muskuläre Zusammenspiel, welches das Impingement auslöst, besteht noch immer.  Viele meiner Klienten haben bereits eine lange Odyssee an Arztbesuchen und mehrere Operationen hinter sich.  Häufig wurde die Symptomatik auch durch mechanische Abtragung der Cam Deformität mithilfe einer Hüftarthroskopie nicht besser. In der Regel werden also Betroffene, die bereits schon eine Operation hinter sich haben, nicht über spezielle Übungen gegen das falsche Muskelzusammenspiel hinweg kommen.

Die Alternative:

Durch jahrelange Recherche, wissenschaftliche Beweislast, eigene Erfahrung und die Erfahrung zahlreicher Klienten kann davon ausgegangen werden, dass ein Cam/Pincer/femeoroacetabuläres/Hüft- Impingement durch ein fehlerhaftes Muskelzusammenspiel verursacht wird und die Form der Knochen wenig Zusammenhang mit einem Engpass oder Schmezen im Gelenk hat.


Falls du dich mehr für die wissenschaftlichen Hintergründe interessierst, schaue auf meiner Home Page vorbei.


Sport treiben mit einem Cam Impingement


Nach Empfehlung des Arztes, den Sport an den Nagel zu hängen, habe ich vorerst komplett mit Sport aufgehört. Doch anstatt einer Besserung des Symptomatik wurde es immer schlimmer. Die Hüftschmerzen wurden immer stärker und auch meine Bandscheibenprotrusion machte sich bemerkbar.


Doch ist Sport jetzt schädlich oder nicht?


Es kommt darauf an. Prinzipiell kann man sagen, dass ein Gelenk durch Nicht-Benutzung nicht vor Verschleiß verschont werden kann. Der Knorpel im Gelenk ist nicht an ein Blutsystem angeschlossen. Er muss also die Nährstoffe über einen anderen Weg beschaffen. Dies erreicht er über die Gelenkflüssigkeit (Synovia). Die nährende Gelenkflüssigkeit wird in den Knorpel eingearbeitet. Dafür ist jedoch Bewegung im Gelenk nötig. Die Bewegung deiner Gelenke ist also eine Art „Herzschlag“ der für Nachschub an Nährstoffen für den Knorpel sorgt.


Daraus lässt schließen, dass du dich bewegen musst, um dein Gelenk gesund zu halten. Doch wie viel Bewegung ist gut? Und wie sollst du dich bewegen, wenn der Spielraum in deinem Gelenk eingeschränkt ist? Auch hier kann leider keine pauschale Antwort gegeben werden. Jedoch konnte ich diesbezüglich viele Erfahrungen machen und dir somit eine Handlungsoption offen legen, wie du mit der Situation am besten umgehen kannst.

Tut der Sport dir gut? Kannst du den Sport ohne Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ausüben? Sind die Hüftschmerzen danach gleich oder gar besser? 

Ja

Mach weiter

Nein

Gibt es eine Möglichkeit den Sport beschwerdefrei auszuführen?

(z.B. vorher Hüftkaselstretches, Mobility, Aktivierungsübungen, Limitierung des Bewegungsspielraums etc.)

Ja

Mach weiter

Nein

Hör auf oder überlege dir eine andere Sportart/Bewegung die deiner Hüfte gut tut.

Prinzipiell gelten Schwimmen, Nordic Walking oder Spazieren gehen als Gelenk schonende Bewegungen.